Atlas-Initiative: parteiunabhängig, humanistisch, ordoliberal

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Markus Krall empfiehlt in „Die bürgerliche Revolution“ als Antwort auf den Mainstream-Klüngel (Anm. d. Verf.) eine Deutschland- bis Europaweit vernetzte Denkfabrik.
Die „Atlas-Initiative“ ist eine solche Think-Tank.

Den gegenwärtigen Zustand unseres Landes als „besorgniserregend“ zu bezeichnen, wäre ganz und gar euphemistisch. Wo man nicht hinschaut – ob nun auf Staatsgewalten, politische Parteien, gesellschaftliche Institutionen, NGOs, Firmenmanager, Kulturschaffende oder was auch immer – überall nichts als Versagen, häufig bis hin zum Totalausfall. Was dann noch bedrückend hinzukommt, ist, dass sich diese sog. „Eliten“ gegenseitig instrumentalisiert bzw. regelrecht gekapert haben und so einen mannigfaltigen Klüngel 😡 von gegenseitigen Abhängigkeiten schufen. So sind beispielsweise die Parteien vom Wohlwollen der Medien abhängig – diese wiederum sind auf die Zuwendungen der Parteien angewiesen, sei es durch die Präsenz der Politiker in den Medien selbst (Anzeigen/Spenden für/von der Politik bzw. deren Hintergrund-Moguln..), sei es durch direkte Finanzierung mittels Zwangsabgaben. Dass inzwischen über eine öffentlich-rechtliche Finanzierung „bestimmter“ Presseorgane nachgedacht wird, ist da nur konsequent.

So ist ein wie auch immer geartetes Auflockern geschweige denn Aufbrechen dieses „Mainstream-Klüngels“ auf den ursprünglich hierfür vorgesehenen Wegen – also mittels demokratischer Abwahl – schier unmöglich. Denn eine etwaige Konkurrenz verfügt zunächst einmal nicht über einen Zugang zu den vier Staatsgewalten und kann so nichts ausrichten. Und dass es so bleibt, darauf wird penibel geachtet. Im Klüngel passt man da schon (aufeinander) auf…

Umso erstaunlicher war es vor knapp 4 Jahren zu erleben, dass in einer der ältesten Demokratien der Welt, nämlich jener der USA, wo sich die zwei de facto einzigen Parteien längst „verständigt“ hatten, plötzlich ein Donald Trump wie Phönix aus der Asche emporsteigen konnte. Das Land hat binnen weniger Wochen eine so atemberaubende Erneuerung vollzogen, dass der Mainstream-Klüngel in Deutschland und in der EU sie bis heute nicht verkraftet hat. Was war passiert?

Wenn man die Geschichte der USA unter der Blickwinkel des Alexis de Tocqueville ➡ betrachtet, stellt man fest, dass dieses Land öfters mit Fehlentwicklungen zu kämpfen hatte, diese aber immer wieder hat fixieren können; zwar einmal leider nicht unblutig, aber immerhin. Nun liegt es mir ferne die Antwort auf diese Frage für sich gepachtet zu wissen. Aber eine kleine Vermutung hätte ich dann doch und die lautet, die Denkfabriken waren es gewesen, die einen zumindest nicht unwesentlichen Beitrag zu den allermeisten richtungsweisenden politischen Entscheidungen geleistet haben.

➡ Alexis de Tocqueville (1805-1859) attestierte der seinerzeit 70-jährigen US-Demokratie Züge von „Tyrannei der Mehrheit“ und „Meinungsterror“. In seinem Werk „De la démocratie en Amérique“ beschrieb er die einer Demokratie inhärenten Mechanismen, die hierzu führen können. Demnach kann auch eine demokratisch gewählte Regierung immer mächtiger werden, während die Bürger „der Eigeninitiative beraubt“, „des selbständigen Denkens entwöhnt“ und so zu „unmündigen Privatleuten degradiert“ werden. Der so entmündigte Bürger kümmere sich um seine wirtschaftlichen Probleme und stelle die immer größer werdende Allmacht der Regierung nicht in Frage.
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De Tocqueville beschrieb allerdings auch, wie die US-Demokratie dieser Entwicklung entgegenwirkt: durch Dezentralisation, durch die Lehre vom wohlverstandenen Eigennutz (insb. kein Konsumrausch – Anm. d. Verf.) und durch eine Beeinflussung der dominierenden Verhaltensstandards durch das Christentum. Somit beschrieb er gewissermaßen den Prototyp einer ordoliberalen und auf christlichen Werten fundierten (Gegen-) Bewegung.
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Bildquelle © Wiki-Commons. 1850, Porträt von Théodore Chassériau..

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Quelle © https://atlas-initiative.de

Übertragen auf den besorgniserregenden Zustand unseres Landes sowie den der EU, scheint eine Denkfabrik das einzig brauchbare Konzept gegen die Allmacht dieses Mainstream-Klüngels zu sein. Markus Krall beschreibt in „Die bürgerliche Revolution“ sehr anschaulich die Grundidee eines „Think-tank“, was die Atlas-Initiative unverkennbar verinnerlicht hat:

Demnach entsteht durch den Zusammenschluss und das Zusammenwirken von mächtigsten Köpfen freiheitsliebender, am Wohlergehen des Landes orientierter Bürger und deren Netzwerke („matrixorientiert“ 💡) eine geballte Wissensbasis (knowledge base). Mit der Wucht der hieraus resultierenden Argumentation wird als nächstes die Deutungshoheit über relevante Themen erobert (opinion leadership), um anschließend die ursprünglich fokussierten Entscheidungen herbeizuführen (executive leadership).

Eine Denkfabrik agiert demnach stets außerhalb der politischen Parteien. Sie versucht auch nicht in den „Mainstream-Klüngel“ hinein zu gelangen, vielmehr infiltriert sie diesen eben mit der geballten Kraft der Argumente, durchaus unter Zuhilfenahme moderner Mittel, etwa Social-Media, Influencer-Marketing etc.

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