QDD – ein Algorithmus zur quantenmechanischen Datenübertragung

NichtLinearKrystal
Erzeugung von verschränkten Photonen im nicht-linearen Krystal.
Quelle © BBC.uk.com

Nach der Erstveröffentlichung des „Algorithmus zur quantenmechanischen Datenübertragung“ – seinerzeit noch unter der Bezeichnung „EPR“ – am 2. März 2017, erfuhr ich aus dem Netz ein Feedback, was ich eingedenk der „Trockenheit“ der Materie so nicht erwartet hätte. Überrascht hat mich vor allem das häufig geäußerte „faszinierend!“ – auch und gerade von denjenigen, die ansonsten in einer unnachahmlichen Freimütigkeit zugaben, nicht allzu viel davon verstanden zu haben. :mrgreen:

Ich persönlich kann mir diese doch recht überraschende Reaktion nur dadurch erklären, dass die Aussicht auf eine Datenübertragung mit Überlichtgeschwindigkeit bzw. über einen abhörsicheren „Kanal“ eben jene Faszination hervorruft, die die Hemmschwellen zur Quantenmechanik bzw. gar Quanteninformatik etwas absinken lässt. So wird im Allgemeinen gespannt zugehört, man lässt sich alles noch mal und noch mal erklären, man schreckt nicht vor jeder banalen mathematischen Gleichung in einem Beitrag zurück (ein Effekt, den ansonsten jeder Buchverlag zu Genüge kennt 😉 Continue reading „QDD – ein Algorithmus zur quantenmechanischen Datenübertragung“

Die KiKK-Studie und deren parawissenschaftliche Artefakte

Daniel Kahneman (*1934), ein israelisch-US-amerikanischer Psychologe und Wirtschafts-Nobelpreisträger des Jahres 2002, beschreibt in seinem legendären „Schnelles Denken, langsames Denken“ u.a. Urteilsheuristiken und kognitive Verzerrungen, auf die es sowohl die Journalisten als auch u.U. verantwortungslose „Wissenschaftler“ abgesehen haben. Von höchster Relevanz für die vorliegenden Betrachtungen ist das zusammen mit Amos Tversky untersuchte Gesetz der kleinen Zahlen.

Irgendwann mal die Tage jährt sich zum 10. Mal die sog. „KiKK-Studie“, des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), die eine Korrelation zwischen Kinderleukämie und der Nähe des Wohnortes zu den Kernkraftwerken 👿 belegt haben wollte… und es wider besseres Wissen bis heute immer noch tut, wenn auch in einer inzwischen stark relativierten Form… Und es jährt somit auch und insbesondere die wohl größte Blamage für die deutsche Wissenschaft nach dem 2. Weltkrieg, denn nichts anderes als das ist wohl der Sermon, dessen aktuelle Form man sich auf der weiter unter verlinkten Website reinziehen kann.

Anno 2007 fand ich die Studie nicht nur falsch, sondern auch „kriminell“ und „verhetzerisch“. Theoretisch waren es auch diese und ähnliche Epitheta, die mir die Androhung rechtlicher Schritte durch einen anonymen Blogger (der ein Mitglied des Forscherteams gewesen sein wollte… 😉 Continue reading „Die KiKK-Studie und deren parawissenschaftliche Artefakte“

Wasserstoffantrieb energetisch betrachtet…

Mirai
Toyota Mirai mit Brennstoffzelleantrieb an der Wasserstofftankstelle
Quelle © Toyota USA

Im Teil 1 der AG über alternative Fahrzeug-Antriebe, der AG „Elektromobilität energetisch betrachtet“, haben wir das eAuto ausführlich untersucht und einen Vergleich mit dem klassischen Antrieb angestrengt. In dem vorliegenden Teil 2 wollen wir unsere Überlegungen auf Wasserstoffantriebe ausdehnen.

Wasserstoff übt eine nahezu magische Faszination aus – längst nicht nur auf Menschen, die dem Gedanken der „grünen“ :mrgreen: Ökologie zugewandt sind. Auch von erklärten Gegnern der sozusagen „Energiewende“ bis hin zu Skeptikern der Elektromobilität höre ich des Öfteren „mit Wasserstoff… das ist dann was völlig anderes, da macht es ja Sinn…“ 😉 Continue reading „Wasserstoffantrieb energetisch betrachtet…“

Elektromobilität energetisch betrachtet…

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Fisker Karma © Rainer A. Stawarz
Ein Plug-In-Hybrid, angetrieben von zwei Elektromotoren mit 2 x 203 PS, die aus einer 20 kWh-Batterie bzw. einem Stromgenerator an einem 212 PS starken Ottomotor gespeist werden.

Trotz meines seinerzeit noch frühjugendlichen Hangs zum Motorsport (klassische Rallys) und somit einer Affinität zum Klang eines bulligen Turbo-Mehrzylinders 😉 Continue reading „Elektromobilität energetisch betrachtet…“

„Warum pro Kernenergie“ – eine etwas andere Fragestellung

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Kernkraftwerk Belojarsk (Белоярская АЭС). 
Der Reaktorblock 4 ist ausgestattet mit einem schnellen Brutreaktor vom Typ BN-800, der nicht-spaltbare Nuklide aus Kernwaffen bzw. aus Abfall herkömmlicher Reaktoren verbrennt.
Quelle © Nucleopedia

Genauso wie wohl jeder Befürworter friedlicher Nutzung von Kernenergie werde ich häufig gefragt, wie ich denn „für die Atomkraft“ sein kann und das angesichts von Fukushima, Tschernobyl :roll: etc. Meine Geduld reicht im Normalfall durchaus dafür aus, auf diese „Argumente“ – so platt sie im Einzelnen sein mögen – peu à peu und sehr differenziert einzugehen. Gelegentlich verweise ich auf das www, wo z.B. unter https://rainerklute.wordpress.com/2014/01/02/warum-Kernenergie die Argumente für Kernenergie fast schon tabellarisch zusammengefasst sind, aber normalerweise wie gesagt scheue ich all die Mühen der Argumentation gegenüber noch so bornierten „Antiatomikern“ eben nicht.

Doch neulich ist mir diese Standardfrage in einer anderen, eher unerwarteten Form gestellt worden und zwar von Bekannten, die um meine Meinung hierzu wussten. Ich fand die anschließende Diskussion so spannend, dass ich es für angebracht hielt, sowohl die Fragestellung selbst als auch meine Entgegnung hier zu thematisieren. Und die Fragestellung selbst lautete in etwa folgendermaßen:

» Mir kommt es manchmal vor, als seist Du für die Atomkraft um der Atomkraft willen. Sag uns doch einfach, welch eine Welt Dir vorschwebt? Angenommen, wir schlucken Deine Dual Fluid Reaktoren und wie sie alle heißen. Was haben wir davon? «
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Footprint von CO2-Footprint

Braunkohlekraftwerk Niederaussem © Stodtmeister – „Eigene Werke“ CC BY 3.0. https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13279041

Bei diversen Diskussions-Events, Social Media Threads, auch Beiträgen der „AG Energetik“ etc. nahm ich mich immer wieder des Themas „CO2“ an – z.B. indem ich über den CO2-Ausstoß von Elektrofahrzeugen, sog. „Erneuerbaren Energien“ (im folg. „EE’s“) oder Kernkraftwerken sprach bzw. diesen als eine Komponente des „Impacts in die Biosphäre“ betrachtete. Dies brachte mir prompt bohrende Fragen ein, etwa ob „ausgerechnet ich“ an den angeblich CO2 -verursachten und somit anthropogenen Klimawandel glauben würde etc.

Nun, die Antwort, die ich auf solche Fragen zu geben pflegte und von der ich (fälschicherweise!)  angenommen hatte, sie sei irgendwie salomonisch, lautete für gewöhnlich „ist mir egal“ oder „für mich irrelevant“, was zur Klärung der meinigen Position in Sachen CO2 und Klimawandel eher einen kontraproduktiven Beitrag geleistet hatte. Als ich dann noch zu erkennen gegeben hatte, dass ich zwischen dem CO2 aus dem Darmtrakt eines Wiederkäuers und dem CO2 aus einem Kohlekraftwerk u.U. einen Unterschied sehen würde, war alles endgültig im Eimer… 😳

An dieser Stelle wird es langsam Zeit sowohl den nur mittelbar beteiligten Leser als auch den eifernden Opponenten zu beruhigen. Keine Angst! Ich weiß natürlich genauso gut wie Ihr alle, dass der Einfluss vom anthropogenen CO2 auf das Weltklima infinitesimal klein ist und folgerichtig zu den Fakenews des Jahrhunderts gehört – so ähnlich wie die 20’000 Todesopfer des Reaktorunglücks von Fukushima 👿 Continue reading „Footprint von CO2-Footprint“

EPR – ein Algorithmus zur quantenmechanischen Datenübertragung

NichtLinearKrystal
Erzeugung von verschränkten Photonen im nicht-linearen Krystal. Quelle © BBC.uk.com

In einigen Diskussionsrunden, Social-Media Threads (vgl. ff.) äußerte ich in der Vergangenheit hin und wieder mal die Behauptung, die einzige Möglichkeit der Datenübertragung von A nach B, die nicht mitgelesen werden könne (gemeint ist das Mitlesen der Daten auf dem Wege eben von A nach B), sei diejenige mittels der sog. Quantenkryptographie. Als ich dann noch eins draufsetzte und behauptete, dies sei absolut sicher 😯 Continue reading „EPR – ein Algorithmus zur quantenmechanischen Datenübertragung“

Ein Tutorial zu Deutsch-Jozsa Problem

RichardFeynman
Richard Feynman 1918-1988, erklärte seinerzeit Quantencomputing anhand von Welleneffekten

Wenn es ums Quantencomputing geht, gehören bereits die trivialsten Fragen à la „Worum geht es?“ oder „Für was soll es denn gut sein?“ zu denjenigen Fragen, die auch einen Experten auf diesem Gebiet ganz schön auf dem falschen Fuß erwischen können. Wird dann noch nachgefragt, was denn die Grundidee des QC ➡ sei, so gerät der Gefragte erst mal in eine nachdenkliche Pose 😳 Continue reading „Ein Tutorial zu Deutsch-Jozsa Problem“